Vom 12. bis 14. Februar 2025 fand an der Evangelischen Hochschule Freiburg der 9. Fachkongress der Internationalen Arbeitsgemeinschaft Sozialmanagement/Sozialwirtschaft e. V. statt. Unter dem Titel „Transformationen gestalten! – Sozialmanagement und Sozialwirtschaft auf dem Weg in eine sozial-ökologische Zukunft“ kamen Wissenschaftler*innen sowie Fach- und Führungskräfte aus der sozialwirtschaftlichen Praxis aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zusammen.
Im Mittelpunkt stand die Frage, welchen Beitrag das Sozialmanagement und die Sozialwirtschaft zu einer sozial-ökologischen Transformation leisten können. Die Debatte um Nachhaltigkeit darf nicht auf rein technische Lösungen, vermeintliche Effizienzsteigerungen oder wachstumsökonomische Zielgrößen verengt werden. Entscheidend ist vielmehr, Transformationsprozesse vom Sozialen her zu denken: von den Bedürfnissen, Rechten und Handlungsmöglichkeiten der Menschen sowie von den sozialen Räumen, Organisationen und Institutionen, in denen Veränderung konkret gestaltet wird.
Der Kongress bot Raum für einen interdisziplinären Austausch über die Verantwortung sozialwirtschaftlicher Organisationen, Hochschulen und Netzwerke. In Keynotes von Karoline Augenstein, Mathias Lindenau und Uwe Schneidewind sowie in mehr als 20 Fachbeiträgen wurden Perspektiven und Beispiele einer gelingenden Transformation diskutiert. Dabei ging es unter anderem um transformative Wissenschaft, Führung und Nachhaltigkeitsmanagement, Wirkungsforschung, Green Skills, Finanzierung und Dekarbonisierung, inklusive Arbeitswelten, Künstliche Intelligenz sowie die Bedeutung lokaler Kooperations- und Gestaltungsräume.
Ein wiederkehrendes Motiv war die Notwendigkeit, angesichts multipler Krisen handlungsfähig zu bleiben. Transformation braucht kritische Analyse und ein Bewusstsein für soziale Ungleichheiten; sie braucht aber ebenso Möglichkeitsräume, konkrete Beispiele und die Bereitschaft, disziplinäre Grenzen zu überwinden. Sozialmanagement und Sozialwirtschaft können hierfür wichtige Impulse geben – in der Praxis, in der Aus- und Weiterbildung sowie durch vernetzte Forschung.
Siehe auch Pressemitteilung Evangelische Hochschule Freiburg vom 19.02.2025: https://www.eh-freiburg.de/wie-es-gelingen-kann-transformationsprozesse-vom-sozialen-her-zu-denken/

Transformationen gestalten: Ökosoziale Gerechtigkeit und sozialwirtschaftliche Relevanz
Der Tagungsband zum INAS-Fachkongress 2025 ist bei Springer VS erschienen. Er vertieft die auf dem Kongress geführten Diskussionen und verbindet theoretische, empirische und praxisbezogene Beiträge.
Kurz zum Inhalt:
Der Band gliedert sich in drei Perspektiven: Erstens wird Sozialmanagement als Teil vernetzter Wissenschaften und als Akteur für ökosoziale Gerechtigkeit diskutiert. Zweitens stehen Nachhaltigkeit, Leadership, Wirkung und Innovation in der Sozialwirtschaft im Fokus. Drittens werden Ansätze gelingender Transformation in Politik, Verwaltung und sozialwirtschaftlicher Praxis aufgezeigt.
Die Beiträge machen deutlich: Sozial-ökologische Transformation ist keine Aufgabe einzelner Organisationen oder Fachdisziplinen. Sie erfordert Kooperation, neue Formen des Lernens und eine Gestaltungsperspektive, die soziale Gerechtigkeit, ökologische Verantwortung und demokratische Teilhabe zusammenführt.
Herausgeber: Berthold Dietz, Silke Kaiser und Simon Sohre
Reihe: Perspektiven Sozialwirtschaft und Sozialmanagement (PSOSO)
Springer VS, Wiesbaden, 2026, XV + 333 Seiten
ISBN 978-3-658-50767-1 (Print)
ISBN 978-3-658-50768-8 (eBook)
Weitere Informationen und Bezug bei Springer VS: https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-658-50768-8
